Irrsinnig komisch und wahnsinnig traurig

Fast das gesamte Ensemble des Schauspielhauses Chemnitz agiert im Stück „Einer flog über das Kuckucksnest“. Sie spielen Patienten, Schwestern, Pfleger, Ärzte und Besucher – und das alles in einer Psychiatrie. Thematisiert wird das Verhältnis einer Gesellschaft zu Außenseitern, Ausrangierten und Träumern. 1963 wurde das Stück am Broadway in New York uraufgeführt, basierend auf einem Roman von Ken Kesey.

Hauptfigur Randle Einer flog übers KuckucksnestP. McMurphy wird in die Psychiatrie eingewiesen und erkennt sehr schnell die Machtgefüge innerhalb der hermetisch geschlossenen, cleanen Welt der Anstalt – allen voran Oberschwester Ratched. Er bekommt die physisch und psychisch manipulativen Mechanismen von Überwachen und Strafen zu spüren, weigert sich jedoch, sich den Regeln zu beugen. Rebell McMurphy ernennt sich zum Oberirren und stiftet die Mitinsassen an, sich gegen den Alltagstrott zu wehren. Die therapeutischen Gruppensitzungen werden so zum Machtkampf zwischen Bewachern und Bewachten. Freude und Trauer liegen hier oft nah beieinander.

Mit Witz und Charme, aber auch viel Ernsthaftigkeit und Tragik trifft der Regisseur Carsten Knödler den Nerv der Zeit und inszeniert ein sehr sehenswertes Stück über Macht und die Kraft der Solidarität. Da die Belange psychisch kranker Menschen eine gewisse Reife vom Zuschauer verlangen, gibt es eine Altersempfehlung ab 16 Jahren.

Mit der Klasse der Fachlageristen konnten wir dieses Schauspiel am 16. April 2014 genießen und alle waren sehr begeistert und beeindruckt.

(Quellen: Theater Chemnitz, Freie Presse)

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